Ägyptische Tänze

Meleya Lef

Der Meleya Lef ist ein Balady, der sowohl in Kairo als auch in Alexandria beheimatet ist. Der aus Alexandria stammende ist ein Skanderani Tanz und entstand gegen 1920, als sich die strengen Sitten zu lockern begannen.

 

Melaya Leff (Duo Noaem)Die Meleya ist ein großes, schwarzes Ausgehtuch (Lef oder Laff bedeutet wickeln). Dieses Tuch soll an und für sich die Frauen vor den Blicken der Männer schützen. Der eigentliche Reiz des Tanzes besteht darin, dass die Tänzerin sehr gewandt mit dem Tuch umgeht, um so die Aufmerksamkeit der Männer auf sich zu lenken. Sie lassen es wie zufällig verrutschen, müssen es ständig neu dekorieren, so dass den Männern schließlich doch gewisse Einblicke ermöglicht werden. Das Thema des Tanzes beschränkt sich als darauf, dass die Frauen die Aufmerksamkeit der Männer auf sich ziehen (oder auch andersherum), so dass vielleicht irgendwann Kontakt hergestellt werden kann und beide zusammen tanzen. Der Stil des in Alexandria getanzten Meleya Lefs unterscheidet sich insofern von dem in Kairo getanzten, als dass er frecher und aufmüpfiger ist. Hier kommt der kosmopolitische Einfluss der Hafenstadt zur Geltung.

Das Kostüm zeichnet sich durch ein enges (Mini-)Kleid aus, über dem die Meleya drapiert wird. Die Meleya kann ein einfaches großes schwarzes Tuch sein oder auch ein mit Pailletten verziertes Tuch. Manchmal ist sie auch von einem gehäkelten Streifen unterbrochen, so dass man doch erkennen kann, was für prachtvolle Kleider sich darunter befinden. Zu dem Kleid werden die typischen Pantoffeln getragen, die manchmal mit Blumen verziert sind. Charakteristisch ist noch das dreieckige, mit Wollbommeln versehene Kopftuch, das "Mandihl bi Uiya" (Mandihl = Kopftuch, Uiya = Blume). Natürlich darf der Kaugummi nicht fehlen. Die typische Musik ist ein Baladi mit Text, der Rhythmus ein schneller Maksoum im 4/4 Takt.