Ägyptische Tänze

Hagallah

Der Hagallah ist eine der vielen Varianten der Beduienentänze, man findet ihn unter den Beduinen der westlichen Küste Ägyptens. Die wohl bekannteste Gruppe sind die Awlad Ali, ein sesshaft gewordenes Folk, das jedoch den Anspruch erhebt, direkt von den Beduinen abzustammen.

Hagallah (Tanzgruppe Baladi)Hag´l bedeutet Sprung oder Tanz. Tänzerin wie auch Tanz werden Hagallah genannt. Der Hagallah wird extrem zurückhaltend aber dennoch äußerst fröhlich getanzt. Der Tanz bietet oder bot einerseits den Beduinen die Möglichkeit zur Wahl des Ehepartners, andererseits aber dient/e er auch als Kanal um Emotionen zu zeigen.
Gemäß Khaled Seif Abou Zeid ist der Tanz in drei Teile aufgeteilt: Im Shettaywa stolziert die Tänzerin vor einer Gruppe von Männern, die sie klatschend begleitet, im Ghennaywa wird nur geklatscht und gesungen. Anschließend folgt der Magruda, hier beginnt der Flirt mit viel Gestik und Mimik zwischen der Tänzerin und dem Ehemann in spe.

Der Hagallah zeichnet sich besonders durch viele Sprünge und Hüpfer aus. Die Tanzbewegungen sind relativ einfach, besonders die drehenden und kreisenden Bewegungen des Beckens und der Hüfte charakterisieren diesen Tanz. Der Hagallah Grundschritt ist ein Dreier-Schritt auf den zumeist ein Schimmie gesetzt wird. Zudem sind Bewegungen wie Stampfen der Füße, Brustkorbbewegungen, Kamelgang , ... zu sehen. Die Hände sind ruhig und manchmal auch pyramidenförmig vor dem Körper zu finden.

Das Bühnenkostüm hat nur wenig Ähnlichkeiten mit dem Ursprung. Es besteht aus einem Rock oder langem Kleid, mit eingearbeitetem Überrock, welcher zwischen den Knien und den Fußknöcheln endet. Der übige Volant betont besonders die Beckenbewegungen. Einige Hagallahs trugen Kissen unter ihren Kleidern, um vor allem den Po und die Hüften hervorzuheben. Dazu kommt ein langes, über den Rücken fallendes Kopftuch und reichlich Schmuck ist auch hier anzufinden.